15.11.2014

Wynyard holt Titel zurück, Braun knapp am Podest vorbei

STIHL TIMBERSPORTS® Weltmeisterschaft in Innsbruck

Wynyard holt Titel zurück, Braun knapp am Podest vorbei

Dominanz wiederhergestellt: Bei der STIHL TIMBERSPORTS® WM 2014 in Innsbruck setzt sich der Neuseeländer Jason Wynyard am 15. November deutlich gegen seine Konkurrenz durch und erringt bereits zum sechsten Mal Gold. Der Deutsche Meister Dirk Braun verpasste nach einem stetigen Auf und Ab das Treppchen knapp und wurde Vierter beim internationalen Kräftemessen der Königsklasse im Sportholzfällen.

Die zwölf besten Sportholzfäller der Welt waren am 15. November beim jährlichen internationalen Saisonfinale angetreten, um ihren Meister zu küren. Die STIHL TIMBERSPORTS® SERIES gilt als die Königsklasse des Sportholzfällens und zog an diesem Abend ca. 3.500 begeisterte Fans zu spannenden Wettkämpfen mit Axt und Säge in die Innsbrucker Olympiahalle. Am Ende setzte sich der Neuseeländer Jason Wynyard durch und errang damit zum sechsten Mal den Titel. Silber holte der Tscheche Martin Komárek, Bronze ging an den australischen Titelverteidiger Brad DeLosa. Für den Deutschen Meister Dirk Braun blieb am Ende ein undankbarer und denkbar knapper vierter Platz - nur zwei Punkte trennten den Winterberger vom Edelmetall.

Braun war hochmotiviert in den Wettkampf gegangen, nach der ersten Disziplin am „Underhand Chop"lag er auf einem sehr guten dritten Platz hinter Wynyard sowie dem amtierenden Titelträger Brad DeLosa aus Australien. Im zweiten Durchgang an der „Stock Saw" kam dann ein großer Dämpfer: Mit einer handelsüblichen Motorsäge müssen die Sportler in dieser Disziplin zwei Scheiben in einem Bereich von 10 cm von einem waagerechten Stamm absägen. Nach Brauns Durchgang stellten die Schiedsrichter ein Überschneiden der Markierung fest. So hieß es für Braun null Punkte in dieser Runde und eine Platzierung am Ende des Feldes. Bei der Axtdisziplin „Standing Block Chop", die das Fällen eines Baumes simuliert, gelang Braun dann aber der Befreiungsschlag - mit der drittbesten Zeit des Tages verbesserte er gleichzeitig den Deutschen Rekord auf 17,87 Sekunden und beendete die erste Wettkampf-Runde auf Rang sechs.

Nur die besten acht Teilnehmer durften den Wettkampf fortsetzen und Braun hatte wieder Chancen, in Schlagdistanz auf die vorderen Plätze zu kommen. Der Kampf um den Titel schien hier allerdings schon eine Sache zwischen Wynyard und DeLosa zu sein; die beiden lagen teilweise nur wenige hundertstel Sekunden auseinander. An der zwei Meter langen Zugsäge „Single Buck" kam der Europarekordhalter Braun zwar nicht an seine Bestleistung heran, errang aber wichtige Punkte und schob sich weiter nach vorne. Beim „Springboard" lief es dann allerdings nicht gut für den Deutschen Meister, er musste mehrfach nacharbeiten und verlor damit wertvolle Zeit und Punkte. Dennoch reichte es zum Einzug in die Finalrunde, die an der extrem getunten Motorsäge „Hot Saw" ausgetragen wurde.

Braun musste als erster ans Holz und hatte nichts zu verlieren. Die heiße Säge zählt zu den Paradedisziplinen des Winterbergers; somit war klar, dass er volles Risiko gehen würde. Er beendete den Durchgang sicher und legte gleich eine sehr gute Zeit vor. Dann ging es Schlag auf Schlag - sowohl der US-Amerikaner Arden Cogar Jr. wie auch der Kanadier Stirling Hart setzten keine optimalen Schnitte und rutschten damit im Ranking hinter Braun. Martin Komárek kam zwar nicht an Brauns Zeit heran, ging mit seinen Punkte aber zwischenzeitlich in Führung. Ein Raunen ging durch die Halle, als dann der Australier wegen Überschneidens der Linie disqualifiziert wurde. Dies nutzte Wynyard aus und kürte sich mit einem soliden Schnitt zum neuen Weltmeister.

„Es war heute ein durchschnittlicher Wettkampf von mir. Eine Disqualifikation an der Stock Saw ist natürlich suboptimal, vor allem da ich hier normalerweise einer der Besten bin. Wenn das geklappt hätte, wäre heute einiges möglich gewesen", so Dirk Braun. „Aber ich bin trotzdem sehr zufrieden, auch da ich jetzt alle deutschen Rekorde halte. Ich war im Underhand Chop und beim Standing Block Chop Dritter nach Jason Wynyard und Brad DeLosa. Hinter diesen beiden zu stehen macht mir nichts aus, da habe ich gegen zwei sehr gute Athleten verloren."

Extremsport mit Axt und Säge
Die Ursprünge der STIHL TIMBERSPORTS® SERIES liegen in den traditionellen Wettkämpfen früherer Waldarbeiter. Heute ist die Königsklasse im Sportholzfällen echter Extremsport, der von den Athleten neben jahrelangem Training in Kraft, Ausdauer und Präzision auch mentale Stärke verlangt. Besonders deutlich wird dies bei der Disziplin „Springboard". Hierbei stehen die Athleten in zwei Metern Höhe auf schmalen Brettern und treiben die Axt schnell und sicher ins Holz. Früher überwanden die Waldarbeiter mit dieser Technik die breiten Wurzelbereiche großer Bäume, um sie einfacher fällen zu können. Spektakulär ist auch die brachiale Kraft der „Hot Saw", die es für die Athleten zu beherrschen gilt. Über 65 PS beschleunigen die Kette der extrem getunten „heißen Säge" auf 240 km/h und lassen sie förmlich durch das Holz fliegen. Dabei stehen ihnen nur 15 cm Platz zur Verfügung, um in nur wenigen Sekunden drei vollständige Scheiben (Cookies) von einem 46 cm dicken Stamm zu sägen. So bewegen sich die Athleten permanent auf einem schmalen Grat zwischen Bestzeit und Disqualifikation.

Der Einzelwettkampf der Weltmeisterschaft erfolgt nach einem Rundensystem. Dabei kommt es auf die beste Leistung in allen sechs Disziplinen an; eine schwache Runde bedeutet das Aus und kann nicht durch starke Leistungen in anderen Disziplinen ausgeglichen werden. In der ersten Runde kämpfen die zwölf Einzel-Sportler in den Disziplinen Underhand Chop (Axt), Stock Saw (Motorsäge) und Standing Block Chop (Axt) um den Einzug in die 2. Runde. Dort müssen sich die acht verbleibenden Athleten in den Disziplinen Single Buck (Handzugsäge) und Springboard (Axt) beweisen. Die besten sechs Sportler treten dann im Finale an der Renn-Motorsäge Hot Saw gegeneinander an.

Bilder frei für Pressezwecke mit der Nennung „Bild: STIHL® TIMBERSPORTS® SERIES". Unter presse@stihl-timbersports.de kann weiteres Bildmaterial angefordert werden. Unter www.stihl-timbersports.de gibt es weitere Informationen.

Über die STIHL TIMBERSPORTS® SERIES
Die STIHL TIMBERSPORTS® SERIES ist eine internationale Wettkampfserie im Sportholzfällen. Ihre Wurzeln liegen in Kanada, den USA, Australien und Neuseeland. Um die Besten ihres Standes zu ermitteln, veranstalten die Waldarbeiter dort von jeher lokale Wettkämpfe im Holzfällen. Aus diesem Kräftemessen haben sich im Laufe der Zeit professionelle Veranstaltungen auf hohem sportlichen Niveau entwickelt. Seit 2001 ist die STIHL TIMBERSPORTS® SERIES auch in Deutschland zuhause. Bei den nationalen und internationalen Wettkämpfen der Königsklasse im Sportholzfällen treten die Athleten in drei Axt- und drei Sägedisziplinen gegeneinander an. Springboard, Underhand Chop und Standing Block Chop gehören zu den klassischen Axtwettbewerben; bei der Single Buck (Zugsäge), der Stihl Stock Saw (handelsübliche Motorsäge) und der Hot Saw (bis zu 80 PS starke, getunte Motorsäge) kämpfen die Sportler mit Sägen um Bestzeiten. Weitere Informationen finden sich auf der Website: www.stihl-timbersports.de
STIHL TIMBERSPORTS® ist eine eingetragene Marke der ANDREAS STIHL AG & Co. KG.
Weitere Informationen dazu finden Sie unter www.stihl-timbersports.de/marke.aspx

Der Neuseeländer Jason Wynyard kürte sich in Innsbruck zum besten Sportholzfäller der Welt.

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Der Deutsche Meister Dirk Braun kam am Ende auf Rang vier, erzielte dabei aber auch einen neuen deutschen Rekord beim „Standing Block Chop".

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An der „Hot Saw" setzte Dirk Braun am Ende mit der besten Zeit des Tages ein Ausrufezeichen.

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Jason Wynyard (Mi.) aus Neuseeland gewann bei der STIHL TIMBERSPORTS® Weltmeisterschaft in Innsbruck Gold vor dem Tschechen Martin Komarek (li.) und dem australischen Titelverteidiger Brad DeLosa (re.)

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