17.05.2015

Brad Delosa ist schnellster Mann an Axt und Säge – Deutscher wurde Sechster

Brad Delosa ist schnellster Mann an Axt und Säge – Deutscher wurde Sechster

Die acht internationalen Top-Sportholzfäller trafen sich Samstagnacht im italienischen Florenz zum härtesten Rennen der Welt. Am Ende stach der Australier Brad Delosa alle anderen in einem furiosen Endspurt und mit einem neuen Weltrekord aus: In weniger als 58 Sekunden zerlegte er vier Baumstämme mit Axt und Säge. Der amtierende Deutsche Meister Dirk Braun belegte am Ende den sechsten Platz. Auf der berühmten Piazzale Michelangelo mit Blick über die Altstadt der toskanischen Metropole verfolgten rund 2.500 Zuschauer den Wettkampf.

Brad Delosa aus Australien ist der beste Sportholzfäller der Welt. Er bewies dies mit seiner Leistung bei der STIHL TIMBERSPORTS®-Champions Trophy am 16. Mai in Florenz/Italien: Im härtesten Wettkampf, den das Sportholzfällen zu bieten hat, brachte er Axt und Säge zum Glühen und zerlegte im Finale vier Baumstäme in 57,59 Sekunden. Damit verbesserte er den von ihm 2014 gesetzten Weltrekord um mehr als eine Sekunde. Auf der berühmten Piazzale Michelangelo mit Blick über Florenz verwies der Australier damit Arden Cogar jr. aus den USA auf Platz zwei. Der durchtrainierte 103-Kilo-Mann aus der Nähe von Sydney jubelte: „Das war großartig! Ich bin so glücklich mit einer Zeit von unter einer Minute und dann auch noch ein neuer Weltrekord! Ich habe hart dafür trainiert und konnte hier in Florenz diesem begeisterten Publikum auch wirklich zeigen, was ich kann. Als nächstes hole ich mir den Weltmeistertitel zurück." Der Verlierer des Final-Duells Arden Cogar jr. gratulierte: „Ich ziehe meinen Hut vor Brad, das war ein phantastischer Sieg. Ich bin angetreten, um den Titel zu holen und habe alles gegeben. Ich weiß nicht, wie Brad es gemacht hat, aber plötzlich war der letzte Block einfach weg. Immerhin habe ich mit 1:01:59 Minuten einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt, damit bin ich sehr zufrieden."

Die Plätze drei und vier gingen an den Weltmeister Jason Wynyard aus Neuseeland und den mit 25 Jahren jüngsten Trophy-Teilnehmer Stirling Hart aus Kanada. Wynyard, der als schärfster Konkurrent Delosas angetreten war, aber gegen ihn mit zehn Hundertstel knapp im Halbfinale ausschied, zeigte sich als guter Verlierer: „Nur ein Axtschlag hat den Ausschlag gegeben. Nach dem dritten Block lag ich noch vorne, aber in der vierten Disziplin war es ein Schlag, der über den Sieg entschied; es war so knapp, ich habe im ersten Moment gar nicht gesehen, wessen Block zuerst fiel. Ich gratuliere Brad zu seinem Sieg. Aber ich werde nicht aufgeben und bei der nächsten Champions Trophy wieder um den Titel kämpfen – ich bin nur mit einem Sieg zufrieden."

Der deutsche Teilnehmer Dirk Braun hatte an diesem Abend ein schweres Los gezogen und musste gleich in der ersten Runde gegen den Favoriten und späteren Gewinner Brad Delosa antreten. Braun verlor dieses Duell mit einer Zeit von 1:26,21 und traf in der so genannten „Loser Round" auf den Tschechen Martin Komárek. Eine nahezu identische Zeit von 1:26,72 reichte jedoch nicht aus, um den Wettkampf gegen den am Ende 14,49 Sekunden schnelleren Vize-Weltmeister zu gewinnen. Als damit bestplatzierter Europäer landete Martin Komárek aus Tschechien auf Rang fünf. Braun über sein Abschneiden in Florenz: „Ich bin mit nicht all zu hohen Erwarungen in die Champions Trophy gegangen. Ein schweres Los in der ersten Runde und ein heute einfacher schnellerer Martin Komárek beendeten meinen Wettkampf leider vorzeitig. Mein Fokus liegt nun auf dem Amarok-Cup in Dinslaken und dem Versuch, meinen nationalen Meistertitel bei der DM auf dem Tag des Gartens in Köln zu verteidigen."

Der Australier Delosa hatte sich monatelang mit einem intensiven Trainingsprogramm auf die Champions Trophy in Florenz vorbereitet. Dies zahlte sich am Ende aus: Bereits in der ersten Runde gegen den Deutschen Dirk Braun zog der Ingenieur davon und steigerte das Niveau im Halbfinale gegen den ihm ebenbürtigen Neuseeländer Wynyard noch einmal deutlich. Das Finale bestritten Delosa, STIHL TIMBERSPORTS® Champions Trophy Sieger 2014 und Weltmeister 2013, und Arden Cogar jr., mehrfacher US-Meister, bis zur letzten, entscheidenden Disziplin fast synchron und mit extrem schnellen Wechseln zwischen den Axt- und Sägedisziplinen. Erst beim Standing Block Chop setzte sich Delosa, bejubelt von rund 2.500 Zuschauern, von Cogar ab.

Wer einmal unterliegt, ist raus
Bei der Champions Trophy treten die Athleten in k. o.-Runden in vier von insgesamt sechs STIHL TIMBERSPORTS®-Disziplinen gegeneinander an; alle vier Disziplinen werden im Duell Mann gegen Mann direkt nacheinander und ohne Unterbrechung bestritten – dies macht die Champions Trophy zum härtesten Wettkampf im Sportholzfällen. Denn der nahtlose Übergang der Disziplinen erfordert ein Höchstmaß an Ausdauer, Präzision und Taktik und fordert die Athleten bis an die absolute Leistungsgrenze. Den Auftakt macht die Motorsägen-Disziplin Stock Saw, danach folgen die Axtdisziplin Underhand Chop und ein Durchgang an der zwei Meter langen Einmannzugsäge Single Buck. Zum Schluss müssen die Athleten beim Standing Block Chop, der das Fällen eines Baumes mit der Axt simuliert, noch einmal alles geben – Hundertstelsekunden entscheiden über Sieg und Niederlage.

Die besten Sportholzfäller der Welt
Das Sportlerfeld in Florenz bestand aus den acht besten Sportholzfällern der Welt, die sich für die Teilnahme über ihre Platzierung bei der Weltmeisterschaft 2014 qualifiziert hatten. Sie schlossen die Champions Trophy 2015 wie folgt ab: 1. Brad Delosa (Australien), 2. Arden Cogar jr. (USA), 3. Jason Wynyard (Neuseeland), 4. Stirling Hart (Kanada), 5. Martin Komárek (Tschechien), 6. Dirk Braun (Deutschland), 7. Christophe Geissler (Schweiz), 8. Paolo Vicenzi (Italien).

Rookie-Weltmeisterschaft am Vortag – Deutscher Jungstar sammelte Erfahrungen
Bei der bereits am Vortag in Florenz stattgefundenen Rookie-Weltmeisterschaft, dem Wettkampf der besten Nachwuchssportler, siegte Nathan Cumberland aus Kanada. Für den deutschen Teilnehmer Markus Scholz aus Asperg reichte es am Ende leider nur für den achten und somit letzten Platz. Scholz, der sich über die deutsche Nachwuchsmeisterschaft für Florenz qualifizierte, gelang mit einem Sieg an der Stock Saw zunächst ein Start nach Maß, Platz sechs und acht bei den Disziplinen Standing Block Chop und Singlebuck und schließlich eine Disqualifikation beim Underhand Chop verhinderten jedoch eine bessere Gesamtplatzierung. Für Scholz jedoch kein Grund zur Trauer: „Dabei gewesen zu sein, die Atmosphäre dieses Wettkampfes zu spüren und die Möglichkeiten dieser Veranstaltung zu sehen, motiviert mich, weiter zu trainieren und in Zukunft erfolgreicher abzuschneiden."